Weißrussischen Geschichte

Eine Besiedlung des Gebiets des heutigen Weissrusslands lässt sich bereits im Mittelpaläolithikum (100 000 bis 40 000 Jahre v.Chr.) nachweisen, die ersten Siedlungen entstanden hier vor 27 000 bis 24 000 Jahren.

Im 7. bis 9. Jh. waren auf belarussischem Gebiet die slawischen Stämme der Dregowitschen, Kriwitschen und Radimitschen ansässig.

Die ersten Staatsgebilde in diesem Raum waren die Fürstentümer Polozk, Turow und Smolensk. Die Stadt Polozk ist seit 862 bekannt. Der erste urkundlich erwähnte Fürst, der Ende des 10. Jh. in Polozk regierte, war Rogwolod. Seine größte Machtentfaltung erlangte das Fürstentum Polozk im 11. Jh. unter Wseslaw, dem Zauberer. In gewissen Zeiträumen gerieten die Fürstentümer Polozk und Turow, wie auch andere Gebiete von Belarus, unter die Herrschaft von Kiewer Fürsten, mit der beginnenden feudalen Zersplitterung lösten sie sich in kleinere Teilfürstentümer auf.

Im 10. bis 12. Jh. begann sich in belarussischen Gebieten der Feudalismus durchzusetzen, der ursprünglich noch Elemente des Gemeinschaftssystems aufwies. Ende des 10. Jh. begann sich in diesem Raum das Christentum des byzantinischen Ritus zu verbreiten, hierdurch kam es auch zu einer Förderung von Kultur, Steinbau, Malerei und Literatur.

In der ersten Hälfte des 13. Jh. begann sich die altbelarussische Sprache herauszubilden.

Anfang des 13. Jh. waren belarussische Länder und Fürstentümer an der Schaffung des Großfürstentums Litauen mitbeteiligt, bedingt durch Bedrohungen durch Kreuzritter und Mongolen (die Mongolen hatten um 1230 bis 1240 östliche und südliche Gebiete der Rus unter ihre Herrschaft gebracht). Zum Oberhaupt des Fürstentums wurde Mindowg, der 1253 den Königstitel annahm. Hauptstadt des neuen Staates wurde Nowogorodok (Nowogrudok) und seit 1323 Wilno (Vilnius).

Durch Gebietseroberungen, Abkommen und Vereinbarungen zwischen den Dynastien gliederten sich im Laufe des 13. bis 14. Jh. alle belarussischen Territorien ins Großfürstentum Litauen ein. Anschließend wurden auch Teile ukrainischer und russischer Territorien in das Hoheitsgebiet des Staates eingebunden.

Die Verwaltungsstruktur sowie die sozialwirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Großfürstentums wurden von der Bevölkerung slawischer Länder bestimmt. Altbelarussisch war von der Mitte des 14. bis Ende des 17. Jh. Kanzleisprache.

1385 schloß der Großfürst Jagello (1377 - 1392) in Krewo eine Union mit dem Königreich Polen ab, infolge der er zum polnischen König wurde, sich aber verpflichtete, sein Besitz an Polen anzuschließen und heidnische Litauer zum Katholizismus zu bekehren Dadurch sollten die Katholiken besondere Vorrechte erhalten. Dies jedoch rief Spannungen zwischen der orthodoxen und der katholischen Bevölkerung hervor und stieß auf Unwillen von Befürwortern der vollen politischen Selbständigkeit des litauischen Großfürstentums, an deren Spitze Jagellos Vetter Witowt stand. Mit Kreuzrittern verbunden und gestützt auf seine einheimischen Anhänger, nahm er den Kampf gegen den polnischen König auf. 1392 konnte er die Eigenständigkeit des Großfürstentums Litauen wiedererlangen und wurde zum litauischen Großfürsten. Unter Witowt erreichte das Großfürstentum Litauen seine volle Macht. Witowt suchte seine Herrschaft zu stärken, indem er Innenreformen zentralisierten Charakters einleitete und eine aktive Außenpolitik in vielen Richtungen betrieb. Wichtigstes Ziel dabei war die Bekämpfung der Kreuzritter, aber auch Gebietserweiterungen nach Osten sowie diplomatische Maßnahmen zur Erlangung der Königskrone. Dadurch konnte das Großfürstentum seine Grenzen weitgehend ausdehnen und weltweit an Ansehen gewinnen. Von großer Bedeutung für die Stärkung des Großfürstentums Litauen war die Schlacht bei Tannenber im Jahre 1410, in der vereinigte Heere Polens und Litauens den Deutschen Orden vernichtend schlugen.

An Witowts Politik knüpfte sein Nachfolger Swidrigailo an. Während der Herrschaft Kasimir Jagellons (1440 - 1492) erneuerte sich 1447 mit seiner Wahl zum polnischen König die dynastische Union zwischen dem Großfürstentum Litauen und Polen. 1468 bestätigte Kasimir die Gesetzessammlung, das erste geordnete Rechtsbuch des Staates. Staatsoberhaupt war der Großfürst, einzelne Fürstentümer und Länder wurden von Fürsten und Großgrundbesitzern verwaltet, die ihm unterstellt waren. Bei dem Großfürsten wirkte als beratendes Organ der Rat (Rada), der sich seit Ende des 15. Jh. ins höchste Organ der Staatsmacht verwandelte. Infolge der gleichzeitigen Ausübung der Funktionen des Königs und Großfürsten durch Kasimir kam es zu einer Schwächung der außenpolitischen Tätigkeit des Großfürtentums Litauen, wobei seine Initiative zur Vereinigung ostslawischer Gebiete verlorenging und Ende des 15. Jh. von dem Großfürstentum Moskau aufgegriffen wurde, das dann seine Ansprüche auf alle Länder der ehemaligen Kiewer Rus geltend zu machen begann. Nach mehreren Kriegen Ende des 15. bis Anfang des 16. Jh. wurden an den Moskauer Staat einige östliche, darunter auch belarussische Gebiete abgetreten, von denen ein Teil 1534 bis 1537 zurückerobert wurde.

Im 16. Jh. konnte der staatliche Aufbau des Großfürstentums seinen festen Bestand endgültig fassen. Seine Grundlagen waren in den Statuten von 1529, 1566 und 1588 festgehalten. An der Spitze des Staates, dessen Territorium in Wojewodschaften und Powets gegliedert war, standen der Großfürst und Großgrundbesitzer als Räte. Repräsentatives Machtorgan der Feudalherren (Schlachta) war der Sejm, dessen Mitglieder durch Powetsejms gewählt wurden.

Der Kampf um den Einfluß im östlichen Baltikum löste den Livländischen Krieg 1558 -1583 zwischen dem Großfürstentum Litauen und dem Moskauer Staat aus.

Mißerfolge des litauischen Heeres und der Verlust von Polozk führten ein engeres militärisches und staatliches Bündnis mit Polen herbei. Infolge der Union von Lublin schlossen sich 1569 Litauen und Polen zu einem Bundesstaat - der Rzecz Pospolita - mit einem einheitlichen Monarchen und Sejm zusammen. Das Großfürstentum behielt aber seine Regierung, seine Finanzen, sein Heer und Wappen. Diese Verbindung ließ den neuen Staat den Krieg erfolgreich beenden, in seinem Verlauf verlorene Gebiete zurückerobem und sich in Livland behaupten. Im Verlauf eines weiteren Krieges mit Rußland Anfang des 17. Jh. konnten auch zu Beginn des 16. Jh. abgetretene Gebiete um Smolensk zurückgewonnen werden.

Anfang des 16. Jh. wurde eine aktive Agrarreform durchgeführt. Aufgrund einer wachsenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten in Westeuropa begannen die Feudalherren ihre Wirtschaften neu zu ordnen, indem sie aus ihren Gütern mehrere Vorwerke (sog. Folwarks) mit ausgedehnten, von Leibeigenen bestellten Ländereien ausgliederten. Die endgültige Einführung der Leibeigenschaft wurde im Gesetzbuch von 1588 fixiert.

Intensiv entwickelten sich Städte, die ab Ende des 14. Jh. mit der Selbstverwaltung - dem sogenannten Magdeburger Recht - ausgestattet wurden, und städtische Handwerke, wobei Zunftproduktionen zunehmend Fuß faßten, der Handel blühte.

Beeinflußt durch die Reformation begannen sich im 16. Jh. auf belarussischem Gebiet lutherische Kirche, Kalvinismus und andere protestantische Strömungen durchzusetzen. Längere Zeit bestand religiöse Toleranz, doch Ende des 16. Jh. setzte die Gegenreformation ein. Ein Kompromiß zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche war die Brester Kirchenunion von 1596, auf Grund der die orthodoxe Kirche des Großfürstentums die Oberhoheit des Römischen Papstes und die katholischen Lehrsätze anerkannte, indessen aber ihre Riten und Struktur weiter behielt. Die Durchsetzung der Kirchenunion stieß auf Widerstand innerhalb der orthodoxen Kirche, was, ergänzt durch eine schwierige wirtschaftliche Lage des Bauerntums und der unteren Volksschichten in Städten, einen antifeudalen Krieg hervorrief.

Rußland nutzte diese inneren Mißstände der Rzecz Pospolita aus, indem es einen neuen Krieg auf deren Territorium (1654 - 1667) entfachte, und besetzte bald einen großen Teil von Belarus. Dieser Krieg hinterließ eine schwere wirtschaftliche und demographische Krise. Die Einwohnerzahl ging um die Hälfte zurück, die Entwicklung der Städte brach zusammen, Polonisieren griff um sich, wobei breitere Schichten des Adels (Schlachta) und der Städter mit einbezogen wurden. Eine Zunahme der Rechte des Adels bewirkte eine politische Unsicherheit.

Schwerste Schäden verursachte in Belarus auch der Nordische Krieg 1700 -1721.

Kampfhandlungen, die auf belarussischem Gebiet geführt wurden, richteten weitere Verwüstungen an. Die durch diesen Krieg bewirkte wirtschaftliche Krise konnte erst gegen Mitte des 18. Jh. überwunden werden. In dieser Zeit kommt es hier wieder zum Aufleben der Wirtschaft, wobei sich kapitalistische Tendenzen zunehmend durchsetzen.

Schwerwiegendste Folgen zog die langwierige politische Krise nach sich, die mit der Anarchie und zunehmender Beeinflussung der Rzecz Pospolita durch Nachbarstaaten einherging Der letzte polnische König und Großfürst von Litauen, Stanislaw August Poniatowski (1764 - 1795) suchte, die Zentralmacht zu stärken, stieß aber bei der Opposition auf Widerstand, die Unterstützung im Ausland herbeiwünschte. Diese Tatsache ausnutzend, sowie die mangelnde Gleichberechtigung von Orthodoxen und Protestanten gegenüber Katholiken in der Rzecz Pospolita zum Vorwand nehmend, schritten Rußland, Preußen und Österreich 1772 zur ersten Teilung der Rzecz Pospolita, infolge der die östlichen Gebiete von Belarus in das Russische Reich eingegliedert wurden. Um den Staat noch zu retten, nahm der Vierjährige Sejm (1788 - 1792) die Verfassung vom 3. Mai 1791 an, auf Grund der die Zentralgewalt gestärkt, das Kleinbürgertum mit größeren Rechten ausgestattet und die staatliche Treuhandschaft über die leibeigenen Bauern eingeführt werden sollten. Nach der zweiten Teilung der Rzecz Pospolita (1793) ging der Mittelteil von Belarus an Rußland über. Zunehmende patriotische Stimmungen führten zu einem Bauernaufstand unter Tadeusz Kosciuszko, zu dessen Niederschlagung Rußland seine Heereseinheiten einsetzte. 1795 kam es zur dritten Teilung der Rzecz Pospolita, an Rußland gingen die westlichen Gebiete von Belarus über, und der Staat Rzecz Pospolita bestand somit nicht mehr. Auf belarussischem Gebiet wurde die russische administrativ-territoriale Gliederung vorgenommen, sowie gesamtrussische Steuern und Frondienste eingeführt.

Während des russischen Krieges gegen den französischen Einfall war das Territorium von Belarus Hauptschauplatz der Kämpfe, wobei es emeut sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Bevölkerungszahl noch weiter abnahm.

Nach dem Krieg 1812 begannen innerhalb der nationalen Befreiungsbewegung in Belarus demokratische Ideen aufzukommen. 1830 brach der Befreiungsaufstand für die Wiederherstellung der Rzecz Pospolita in ihrer Gestalt von 1772 aus. Nach der Niederschlagung der Erhebung kam es zu einer weiteren Schwächung des politischen und wirtschaftlichen Einflusses der Schlachta und katholischer Geistlichkeit; der Adel sollte sich einer Überprüfung seiner Standeszugehörigkeit unterziehen lassen. Katholische Kirchen und Klöster wurden geschlossen, Güter ehemaliger Aufständischer beschlagnahmt. Die Universität Wilno wurde ebenfalls geschlossen und das Statut des Großfürstentums Litauen von 1588 aufgehoben.

1861 setzte eine Bauernreform. ein, die die Leibeigenschaft in Rußland und somit in der Nordwestlichen Region (wie damals Belarus genannt wurde) aufhob.

1863/64 brach in Polen, Belarus und Litauen ein nationaler Befrelungsaufstand gegen den Zarismus aus. Auf dem Territorium von Belarus stand die Erhebung unter Führung von Kastus Kalinouski. In seinen Aktivitäten konzentrierte er sich auf die Bauernschaft und setzte sich für die Übergabe aller Ländereien an die Bauern, sowie für das Selbstbestimmungsrecht von Belarus und Litauen ein. 1862/63 erschien die erste illegale belarussische Zeitung "Muschizkaja Prauda" (Bauernwahrheit).

Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde in Belarus der Ausnahmezustand verhängt, der bis Anfang des 20. Jh. weiterbestand.

Um 1880 bis 1885 wirkte die revolutionäre Organisation "Homan" (Stimmengewirr), gegründet von belarussischen Studenten, die in Petersburg studierten. In einer gleichnamigen Ausgabe wurde erstmals die Idee vom Recht des belarussischen Volkes "auf autonome föderative Selbständigkeit innerhalb der Familie der Völkerschaften Rußlands" konkretisiert und theoretisch begründet, die Eigenständigkeit der belarussischen Sprache und die Notwendigkeit der Entwicklung nationaler Kultur und Literatur nachgewiesen.

Ein neuer Aufschwung der demokratischen und nationalen Befrelungsbewegung Ende des 19. bis Anfang des 20. Jh. schuf reelle Voraussetzungen für die Wiedergeburt belarussischer Kultur und Staatlichkeit. 1903 kam es zur Gründung der ersten nationalen politischen Partei - der Belarussischen Sozialistischen Gramada (Gemeinschaft), die sich für den Sturz der Selbstherrschaft und die Gründung einer Russischen föderativen demokratischen Republik mit freiem Mitbestimmungsrecht und nationaler Autonomie der Völker aussprach.

Anfang des 20. Jh. setzte in Rußland, bewirkt durch revolutionäre Erhebungen der Arbeiter und der Bauernbewegung, eine Reform der Nutzung des Anteillandes, die Gemeinden auflöste und den Boden den Bauern zur Nutzung übertrug, ein. Danach begann landesweit die Übersiedlung landloser und landarmer Bauern nach Sibirien. 1907 bis 1914 waren allein aus Belarus mehr als 335 000 Menschen umgezogen.

Mit dem Eintritt Rußlands in den Ersten Weltkrieg wurde auf belarussischen Gebiet der Ausnahmezustand angeordnet. Bis September 1915 war der westliche Teil von Belarus durch deutsche Truppen besetzt. Mit dem Sturz des Zarismus in Rußland infolge der Februarrevolution 1917 wurde das politische Geschehen auch in Belarus aktiver.

Nach dem Sieg des bewaffneten Aufstandes in Petrograd wurde in Minsk die Sowjetmacht verkündet. Am 1. Januar 1919 wurde in Smolensk die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik proklamiert. Aber schon im Februar 1919 wurde, angesichts damaliger politischer Verhältnisse, eine Litauisch-Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik mit der Hauptstadt Wilno geschaffen. Am 31. Juli 1920 wurde nach der Vertreibung der polnischen Besatzer die BSSR wiederholt ausgerufen.

Ab 1921 gingen nach dem Vertrag von Riga westliche Landesteile an Polen über. Das damalige Gebiet der BSSR umfaßte sechs Kreise des Gouvemements Minsk mit 1544 000 Einwohnern.

Am 30. Dezember 1922 trat die BSSR der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken bei. Zwischen 1924 und 1926 wurde die Republik im Zuge der sogenannten Vergrößerung der BSSR um 17 von der RSFSR abgetretene Kreise der Gouvernements Witebsk, Gomel und Smolensk erweitert. 1939 kam es zur Wiedervereinigung Westbelarußlands mit der BSSR.

In der Vorkriegszeit wurden in Belarus etwa 1000 Industriebetriebe errichtet und fast 900 modernisiert, insgesamt lag hier das Tempo der Industrialisierung höher als in der UdSSR. Wissenschaft, nationale Kultur und Kunst erfuhren eine hohe Entwicklung. Alle Bevölkerungsschichten wurden jedoch von massiven politischen Repressionen betroffen.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges 1941 stand das ganze Gebiet Belarußlands nach zwei Monaten unter deutsch-faschistischer Besatzung. In den okkupierten Gebieten entfaltete sich eine massenhafte Partisanenbewegung, an der etwa 400 000 Bürger aktiv beteiligt waren und über 400 000 als Reservisten galten. In Stadt und Land waren illegale Parteiorgane, patriotische und antifaschistische Organisationen aktiv. Unter dem Vorwand, Partisanen zu bekämpfen, führten die Faschisten im Raum Belorußlands 140 Vergeltungsakte durch, wobei Hunderte Dörfer, oft samt Bewohnern, eingeäschert wurden. An diese Opfer faschistischen Terrors erinnert unter anderem die Gedenkstätte Chatyn (Kreis Logoisk), errichtet an der Stelle eines mitsamt seinen Einwohnern niedergebrannten Dorfes.

Im Juni und Juli 1944 haben sowjetische Truppen im Zuge der Belorussischen Offensive ganz Belarus befreit. Dieser Krieg war für schwerste Verluste verantwortlich: jeder vierte Bewohner der Republik gefallen, alle Städte, große und mittlere Betriebe zerstört, mehr als 9000 Dörfer niedergebrannt. Etwa 380 000 Personen waren nach Deutschland verschleppt worden.

Alle Unionsrepubliken halfen mit beim Wiederaufbau der Wirtschaft von Belorussland.

Eine Anerkennung des Beitrags des belorussischen Volkes bei der Zerschlagung des hitlerfaschistischen Deutschland und Ehrung zahlloser Opfer im Kampf gegen den Faschismus war die Aufnahme der BSSR in die Organisation der Vereinten Nationen. Im August 1945 wurden im Rahmen eines sowjetisch-polnischen Vertrags 17 Kreise des Oblast (Gebiet) Belostok und drei Kreise des Oblast Brest an Polen übergeben.

Bis Ende der 70er Jahre wurde versucht, Belarus aus einem Agrarland zu einer Industrie-Agrar-Republik entwickeln. Durch den Reaktorunfall im Kernkraftwerk Tschernobyl im April 1986 waren viele Kreise der Gebiete Gomel und Mogiljow, stellenweise auch in den Gebieten Grodno, Brest und Minsk, mit Radionukliden verseucht worden.

Am 27. Juli 1991 verabschiedete der Oberste Sowjet die staatliche Unabhängigkeitserklärung von Belarus, die im August 1991 zum Verfassungsgesetz erhoben wurde. Am 19. September 1991 wurde die BSSR in "Republik Belarus" umbenannt.


Republik Belarus / Weissrussland
© Jörg Müller