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Die Geschichte des Landkreises Rogachev
vor 1142

Archäologische Funde aus der Gegend belegen, dass bereits vor etwa 14.000 Jahre hier Menschen lebten. Es wurden zahlreiche Werkzeuge und Waffenteile aus Feuerstein sowie Knochenreste von Mammuten (Abb. 1 + 2) gefunden. Wahrscheinlich handelte es sich um nomadisierende Jäger, die hier noch nicht sesshaft waren.
Erste Siedlungen sind für die Mittlere Steinzeit nachweisbar. (Abb. 3) Während der Bronzezeit war dieses Gebiet schon relativ dicht besiedelt. Besonders aus dieser Zeit finden sich hier viele Grabstätten.

Das Rogachever Gebiet wurde durch zwei slawische Stämme besiedelt. Die Radomitschi wurden vermutlich von den Germanen aus ihren Siedlungsgebieten im Westen, möglicherweise aus dem Odergebiet, verdrängt und ließen sich hier nieder.

Etwa zu Beginn der Zeitrechnung, also vor ungefähr 2000 Jahre existierte bereits im Gebiet von Rogachev eine Burganlage. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1142 und bezieht sich auf Fürst Igor. (Abb. 5)

Die Herkunft des Namen der Stadt ist nicht geklärt. Es gibt dazu mehrere Theorien.
Einige Wissenschaftler nehmen an, es stamme aus dem Lettischen und bedeute so viel wie "Heiligtum, Altar".
Andere gehen von der Annahme aus, dass der Stadtname eine Ableitung des in der altslawischen Sprache recht häufigen Vornamens Rogatsch ist.

Es gibt aber auch noch eine andere Theorie, die für mich persönlich den meisten Sinn ergibt. Dies wäre die Ableitung aus der geographischen Lage der Stadt. Sehen wir uns einmal die Karte an.
Die Stadt steht am Zusammenfluß des Dnjepr und des Drutj. Beide bilden in ihrem Zusammenfluß eine Spitze oder ein Horn. Und Horn wird im Russischen übersetzt mit "Roga".

Abbildung 1

Abbildung 2

Abbildung 3


Abbildung 5

Der belorussische Landkreis Rogachev
© Jörg Müller